Als a-ha 1985 ihr Debütalbum Hunting High and Low veröffentlichten, war sofort klar, dass hier nicht einfach eine weitere 80er-Popband auf den Markt kam. Das norwegische Trio – Morten Harket, Paul Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen – schuf ein Album, das Synthpop, Melodiegefühl, nordische Melancholie und musikalische Präzision auf einzigartige Weise verband.
Hunting High and Low wurde nicht nur zu einem internationalen Erfolg, sondern zu einem der ikonischsten Alben des Jahrzehnts. Es begründete a-has globale Karriere und enthält einige der bekanntesten Pop-Hits der 80er.
Die Entstehungsgeschichte: Vom norwegischen Underground nach London
a-ha starteten Anfang der 80er in Oslo, doch ihre musikalischen Ambitionen überstiegen schnell die lokale Szene. Der Traum war klar: internationale Karriere. Doch dafür brauchten sie Zugang zu den Studios, Labels und Produzenten, die damals fast ausschließlich in Großbritannien saßen.
1983 wagten die drei den Schritt nach London – ohne Vertrag, ohne Geld, mit nichts als Demotapes und dem festen Willen, etwas Großes zu schaffen.
Sie lebten in kleinen Apartments, arbeiteten unermüdlich an Songs und entwickelten ihren charakteristischen Sound:
melodiöser Synthpop mit einem Hauch skandinavischer Kühle und Mortens außergewöhnlich klarer, hoher Stimme.
Ihr Durchbruch begann, als Produzent Tony Mansfield auf sie aufmerksam wurde und sie schließlich einen Vertrag bei Warner Bros. Records erhielten. Was folgte, war harte Studioarbeit – und der Feinschliff eines Albums, das zu einem Klassiker werden sollte.
Der Welthit, der alles veränderte: „Take On Me“
„Take On Me“ war das Herzstück des Albums – aber sein Erfolg war alles andere als selbstverständlich. Die Band hatte den Song bereits mehrfach umgeschrieben und neu arrangiert. Erst die dritte Version, produziert von Alan Tarney, fand den perfekten Klang: schnell, energiegeladen, mit unverkennbar fröhlicher, aber technisch anspruchsvoller Synth-Melodie.
Doch was den Song unsterblich machte, war das Musikvideo: eine Mischung aus Realfilm und Rotoskopie-Animation, die zur visuellen Ikone der 80er wurde.
Der Song erreichte Platz 1 in den USA, Nummer 2 in Deutschland und wurde zu einem der definierenden Hits der Dekade.
„The Sun Always Shines on T.V.“ – Der kraftvolle Nachfolger
Der Erfolg von „Take On Me“ war schwer zu toppen, aber „The Sun Always Shines on T.V.“ erwies sich als würdiger Nachfolger.
Der Song beginnt ruhig, steigert sich dann aber zu einem mächtigen, orchestral unterstützten Popstück mit intensiver Dynamik.
In Großbritannien erreichte der Song Platz 1 und zeigte, dass a-ha weit mehr waren als ein One-Hit-Wonder. Musikalisch verbindet er melancholischen Text, epische Produktion und Mortens beeindruckende Gesangsleistung.
Weitere Highlights des Albums
„Hunting High and Low“
Der Titeltrack ist eine wunderschöne Ballade, die Mortens Stimme im Mittelpunkt stehen lässt. Sanfte Synthflächen und orchestrale Arrangements verstärken die emotionale Tiefe. Es ist einer der beliebtesten Songs der Band – nicht zuletzt wegen seiner dramatischen Live-Versionen.
„Train of Thought“
Ein introspektiver, rhythmischer Song mit tiefgründigem Text und experimenteller Produktion. Die Strophen basieren auf Gedichten von Paul Waaktaar, und die Melodie zeigt die Band von ihrer künstlerisch ehrgeizigen Seite.
„Living a Boy’s Adventure Tale“
Poetisch, verträumt und atmosphärisch – ein perfektes Beispiel für a-has Fähigkeit, Geschichten in Musik zu verwandeln.
„Blue Sky“, „Love Is Reason“, „Here I Stand and Face the Rain“
Jeder Track zeigt ein anderes Element des Trios: Synthpop-Energie, melodischer Pop, melancholische Schönheit. Besonders der Albumabschluss “Here I Stand and Face the Rain” ist ein eindringlicher, fast cineastischer Song und unterstreicht die emotionale Bandbreite des Albums.
Der Sound: Synthpop trifft Melodrama
Hunting High and Low ist ein Paradebeispiel für frühen bis mittleren 80er-Synthpop – aber mit einer besonderen Note. Typische Elemente:
- klare, melodische Synthesizerlinien
- aufwendige Arrangements
- atmosphärische Klangflächen
- dynamische, oft theatralische Songstrukturen
- ein außergewöhnlicher Leadgesang
Produzent Alan Tarney verlieh dem Album eine Mischung aus kühler Präzision und warmen Popmomenten, während die Band selbst die emotionale Tiefe und Kreativität lieferte.
Der Klang ist gleichzeitig zeittypisch und zeitlos – ein großer Grund, warum das Album bis heute frisch wirkt.
Der Erfolg: Ein globaler Startschuss
International erreichte Hunting High and Low hohe Chartplatzierungen:
- Top 20 in den USA
- Top 10 in Deutschland
- Top 20 in UK
- Mehrfach Platin in vielen Ländern
Das Album etablierte a-ha sofort als eine der bedeutendsten Popbands Europas und öffnete ihnen die Türen für eine jahrzehntelange Karriere, die bis heute anhält.
Warum das Album heute Kultstatus hat
Mehrere Faktoren sorgen dafür, dass Hunting High and Low bis heute eine besondere Stellung hat:
- Es war eines der großen Debütalben der 80er.
- Die Songs sind melodisch, emotional und auf hohem Niveau produziert.
- „Take On Me“ ist ein Popkultur-Meilenstein.
- Die Kombination aus elektronischen Elementen und emotionalem Songwriting ist zeitlos.
- Die Band präsentierte ein nordisches Popgefühl, das frisch und originell wirkte.
Hunting High and Low ist eines dieser seltenen Debüts, das genauso wie eine „Best of“ funktioniert.
Fazit: Ein zeitloses Synthpop-Meisterwerk
Mit Hunting High and Low gelang a-ha ein außergewöhnliches Debüt, das musikalisch anspruchsvoll, eingängig und atmosphärisch ist. Es umfasst große Hits, experimentelle Momente und emotionale Balladen – ein Album, das den Synthpop der 80er entscheidend prägte. Ein Klassiker, der Millionen Musikfans geprägt hat und bis heute eine ganze Generation an Künstlern beeinflusst.
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